Hagenbeck Tierpark - Hamburgs tierisches Original

Hamburgs tierisches Original

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Die Saurier von Stellingen

Nein, sie sind kein Resultat der „Dino-Welle“ der letzten Jahrzehnte, die aus vielen Kindern kenntnisreiche Paläontologen machte. Die Saurier im Tierpark Hagenbeck sind richtig alt – seit beinahe einhundert Jahren versetzen die Urwelttiere am Birma-Teich nicht nur kleine Gäste in eine ferne Vergangenheit.

Carl Hagenbeck, der um 1908 die lebensgroßen Plastiken bei dem Kölner Tierbildhauer Josef Pallenberg (1882 – 1946) in Auftrag gab, sah die „Urweltlandschaft“ als eine Ergänzung des „lebendigen“ Tierparks. Wie sahen die Tiere der Urzeit aus? Aus welchen Vorgängern hatte sich die bekannte Tierwelt entwickelt? – Fragen, die schon damals die Öffentlichkeit beschäftigten.

Auf der Suche nach dem Brontosaurus

Es war noch nicht lange her, dass aus den Drachen der Märchenwelt Objekte der Wissenschaften geworden waren. Erst seit den 1840er-Jahren machten Funde in Großbritannien die Saurier zu einem viel diskutierten Thema. Neue Entdeckungen und spektakuläre Ausgrabungen in den USA Ende des 19. Jahrhunderts beflügelten zudem die Phantasie der Zeitgenossen. Und mancher fragte sich, ob in einem verborgenen Winkel der Erde nicht vielleicht doch ein Saurier überlebt hatte. Auch Hagenbeck hegte derartige Hoffnungen, wie er in seinem Buch „Von Tieren und Menschen“ (1908) schrieb. Er finanzierte sogar eine Afrika-Expedition, um einem solchen Fabeltier, von dem verschiedene Reisende berichtet hatten und das er für eine Art Brontosaurus hielt, auf die Spur zu kommen – wie man weiß, leider erfolglos.

Der Bildhauer Pallenberg – von ihm stammen auch die Tierbronzen auf dem historischen Eingangstor des Tierparks – beendete die Arbeit an den Urwelttieren im Winter 1909/1910. Die ersten der aus Zement modellierten Figuren waren bereits im Sommer 1909 fertig. Bei seiner Rekonstruktion achtete Pallenberg auf wissenschaftliche Genauigkeit und gestaltete die Plastiken nach neuesten paläontologischen Erkenntnissen. Er nutzte dafür Abbildungen von Skeletten und Rekonstruktionen, die er aus naturgeschichtlichen Museen erhielt. So entstand der große Diplodocus nach den Maßen des Skeletts, das man 1899 in Wyoming/USA gefunden und dann im Museum of Natural History in New York aufgestellt hatte.

Die Tierpark-Besucher konnten die fertige „Urweltlandschaft“ zunächst buchstäblich er„fahren“: Bis zum Ersten Weltkrieg dampfte eine Miniatureisenbahn – die erste ihrer Art in Deutschland – auf einer 600 Meter langen Strecke rund um den Teich und an den Plastiken vorbei. Detaillierte Informationen über die einzelnen Saurier und ihre wissenschaftliche Bedeutung konnte man dem Tierparkführer entnehmen.

Nicht alle Urwelttiere überlebten den Zweiten Weltkrieg. Einige fielen den Bomben zum Opfer, die 1943 den Tierpark Hagenbeck verwüsteten. Die schlimmsten Schäden konnten 1948 trotz Materialknappheit dank der Spenden zum 100-jährigen Firmenjubiläum behoben werden – statt Blumen gab es von Baustofffirmen einige Ladungen Zement. Seither wurden die Figuren mehrfach restauriert, denn auch Saurier bedürfen der ständigen Pflege.     

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