Hagenbeck Tierpark - Hamburgs tierisches Original

Hamburgs tierisches Original

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28.07.2017

Kindersegen in der Weberkolonie


© Götz Berlik

© Lutz Schnier

Sechs Küken sind dieses Jahr bisher bei den Genickbandwebern geschlüpft und sie haben sogar schon das Nest verlassen. Aber das ist erst der Anfang – in den Nestern liegen weitere Gelege.

Für diesen reichen Kindersegen mussten sich zunächst einmal die Väter richtig ins Zeug legen. Denn die Weibchen dieser Sperlingsvögel sind äußerst anspruchsvoll. Sie lassen sich nur mit dem Männchen ein, das ihnen die schönste Kinderstube baut. Dafür webt das Männchen aus groben Halmen und Blattstreifen bis zu vier äußerst kunstvolle, hängende Nester. „Sämtliche Nestbauaktivitäten sind bei uns in der Voliere gut zu beobachten“, sagt Tierpfleger Sebastian Behrens.

Nach Fertigstellung eines Nestes hängt sich der Hahn mit dem Kopf nach unten an die Basis und flattert erregt mit den Flügeln, wobei er wild herumturnt. So wirbt er um die Weibchen, von denen er für jedes Nest eines gewinnen möchte. Die Männchen versuchen sich gegenseitig auszustechen, indem sie sich bemühen, die dünnen Halme, an denen die Nester hängen, zu durchtrennen, sobald die Nachbarn abwesend sind. Die dabei angerichteten Schäden werden vom Nestbauer säuberlich ausgebessert. Sobald ein Weibchen Interesse zeigt, prüft sie ebenfalls mit kräftigen Schnabelhieben die Festigkeit des Nestes. Gefällt es ihr, paart sie sich mit dem ‚Hausbesitzer‘ und bezieht die Kinderstube.

Zwei bis drei olivgrüne Eier werden dann etwa 11 bis 17 Tage allein vom Weibchen bebrütet. Das Füttern der Küken hingegen teilen sich die Eltern. Nach weiteren 11 bis 20 Tagen verlassen die Jungvögel dann das Nest. Sebastian Behrens: „Unsere Altvögel sind bereits bruterfahren. Deshalb klappt es dieses Jahr so gut, dass es sogar noch eine zweite Brut geben wird.“