Hagenbeck Tierpark - Hamburgs tierisches Original

Hamburgs tierisches Original

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17.02.2012

Achtung, Schachbrett mit vier Beinen!


© Hagenbeck

© Hagenbeck

Ein bisschen Geduld sollten Besucher mitbringen, doch sie lohnt sich. Nach der genauen Musterung sattgrüner Blätter werden sie plötzlich sichtbar – winzige Schachbretter mit vier Beinen? Nur etwa so groß wie ein Daumennagel sind die Maranon-Baumsteigerfrösche (Excidobates mysteriosus), die Neuen im Tropen-Aquarium. Doch von der Größe sollte sich niemand täuschen lassen, denn in diesen Tieren steckt mehr als in einem flachen Holzmosaik. Sie sind wahrhaftig keine feigen Frösche, denn sie leben zusammen mit Hundskopfschlingern und Schrecklichen Pfeilgiftfröschen in der Grubenkammer der Höhlenwelt - ein im Freiland tödlicher Tiermix. 

Der Baumsteigerfrosch ist im Norden von Peru beheimatet. Hier bewohnt er vorzugsweise Bromelien, da ihm die Kelche der Pflanze ausreichend Schutz und Flüssigkeit bieten. Zu seiner Nahrung zählen Milben, Ameisen, Spinnen und Insekten. Durch sein stark eingeschränktes Verbreitungsgebiet gilt der Maranon-Baumsteigerfrosch als gefährdet. Ein Erhaltungszuchtprogramm soll dafür sorgen, dass diese Art nicht ausstirbt. Auch das Tropen-Aquarium Hagenbeck beteiligt sich an der Nachzucht dieser exotischen Tiere. 

Wie alle Pfeilgiftfrösche ist auch der Baumsteigerfrosch sehr giftig. Das sogenannte Krampfgift (Batrachotoxin) wirkt auf das Nervensystem, indem es bei seinem Opfer Muskel- und Atemlähmungen hervorruft. Seine auffällige Zeichnung, braune Grundfarbe mit weißen Punkten am gesamten Körper, schreckt Feinde ab und signalisiert die Ungenießbarkeit des bis zu 27 Millimeter großen Amphibiums. 

Interessant: Der Baumsteigerfrosch galt als ausgestorben bis er 1989 durch den Herpetologen Rainer Schulte wieder entdeckt wurde.