Hagenbeck Tierpark - Hamburgs tierisches Original

Hamburgs tierisches Original

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Der jüngste Nachwuchs

© Götz Berlik

Im Tierpark Hagenbeck gibt es das ganze Jahr über niedlichen Nachwuchs in allen Revieren zu sehen. Hier erfahren Sie mehr über die kleinen Tiere.
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© Uwe Wilkens

Blattschneider-Ameisen

Wissenschaftlicher Name:
Acromyrmex octospinosus
Herkunft:
Südamerika
 

Als Blattschneider-Ameisen wird eine Gruppe von Ameisenarten bezeichnet, die Pflanzenblättchen mit ihren Mundwerkzeugen in kleine Stückchen zerteilen, um sie dann über bis zu 20 Meter lange Wege in ihren Bau zu transportieren. Da sie die Pflanzenteile über den Kopf halten, werden sie auch als Sonnenschirm-Ameisen bezeichnet. Die winzigen, rotbraunen Tierchen, die bis zu 15 Millimeter groß werden, fressen die zerschnittenen Pflanzenteile jedoch nicht auf, sondern zerkauen sie und verwenden sie als Substrat, um darauf einen speziellen Pilz aus der Gattung der Egerlings-Schirmlinge wachsen zu lassen. Da sich die Blattschneiderameisen von diesem Pilz ernähren, bauen sie regelrechte Pilzfarmen an, die sie pflegen und ständig vergrößern. Dieser Pilzanbau erfolgt über eine fein abgestimmte Fließbandkolonne, in der jeder der 29 verschiedenen Schritte von einer speziellen Kaste der Tiere ausgeführt wird. Ein von einer Erntearbeiterin am Bau abgelegtes Blatt wird von einer kleineren Arbeiterin aufgenommen und in Stücke von etwa einem Millimeter Durchmesser zerschnitten. Diese werden von noch kleineren Arbeiterinnen übernommen, zerkaut, zu kleinen Kügelchen geformt und einem Haufen ähnlichen Materials hinzugefügt. Dieser Materialhaufen, das Substrat, bildet eine Art Garten und ist von Tunnelröhren durchzogen, so dass er in seiner Struktur einem Badeschwamm ähnelt. Der darauf wachsende Pilz breitet sich wie Brotschimmel auf der Pflanzenmasse aus. Neben den Kammern für die Pilzgärten verfügt das weit verzweigte Nest der Blattschneider-Ameisen auch über Abfallkammern, in denen tote Ameisen, ausgelaugte Blätter und abgestorbene Pilzstücke entsorgt werden. Die Ameisen und der Pilz leben dabei in einer Symbiose, da keiner ohne den anderen existieren kann. Forscher vermuten, dass die Ameisen Bakterien an ihrem Körper tragen, die ihren Futterpilz düngen und ihn gleichzeitig vor einem schädlichen Schlauchpilz schützen. In den Plantagen von Nutzpflanzen richten die Blattschneider-Ameisen einen großen Schaden an, da eine Kolonie pro Tag soviel Vegetation schneidet, wie eine ausgewachsene Kuh frisst. Jährlich erntet eine durchschnittliche Kolonie Blattschneiderameisen 35 Tonnen Laub. Die natürlichen Feinde der Blattschneiderameisen sind Ameisenbären, Gürteltiere, Eidechsen und Vögel. Darüber hinaus versucht sie der Mensch vielerorts mit chemischen Mitteln zu bekämpfen. Eine Blattschneiderameisen-Königin kann bis zu 150 Millionen Arbeiterinnen zur Welt bringen, von denen jeweils etwa zwei bis drei Millionen gleichzeitig am Leben sind. Die Lebenserwartung einer Königin kann bis zu 20 Jahre betragen. Stirbt die Königin, dann verendet auch ihr gesamtes Volk. Im Tropen-Aquarium Hagenbeck finden Sie die Blattschneider-Ameisen neben dem Eingang zum Historischen Stollen.