Hagenbeck Tierpark - Hamburgs tierisches Original

Hamburgs tierisches Original

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Hier erfahren Sie alle News zu unserem Tiger-Nachwuchs

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Jetzt kommt Papa

Kann einem ausgewachsenen Tigerkater etwas Zuviel werden? Es wirkte jedenfalls so, als Yasha heute Reißaus vor seinen Kindern nahm. Erstmals traf der Sibirische Tiger mit seiner Partnerin Maruschka und dem gemeinsamen Nachwuchs auf der großen Anlage zusammen. Sie hatten sich zwar schon früh im Tigerhaus kennengelernt, aber dort mit dem trennenden Schmusegitter.  

Die beiden Kätzchen Anushka und Dascha sowie die kleinen Kater Mischka und Vitali waren sichtlich begeistert davon, ihren Vater ohne Schutzgitter zu sehen. Ehe der große Kater wusste, wie ihm geschah, hatte er vier kleine Temperamentsbündel auf den Fersen. Während Mutter Maruschka langsam in ihre Rolle hereinwachsen konnte, stand der Vater plötzlich vor der Herausforderung, Spielkamerad zu sein. 

© Lutz Schnier
© Detlev Stenzel

Eine Rolle, die er sicher in den kommenden Wochen mit Bravour spielen wird. Inzwischen bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich in Gelassenheit zu üben und dem Nachwuchs hin und wieder deutlich zu machen, wo die Grenzen sind.  

Obwohl Tiger in der Wildbahn Einzelgänger sind, sahen Tierarzt Dr. Michael Flügger und Tierpfleger Tobias Taraba kein Risiko darin, die gesamte Familie zusammenzulassen. „Yasha ist ein ganz Lieber“, so Tarabas Einschätzung. Den ausgeglichenen Charakter des Katers bestätigte auch Dr. Flügger: „Es gibt keinen Grund, warum er seinen Kindern etwas antun sollte.“  

Ab sofort hat Yasha reichlich Gelegenheit, seine Vaterrolle zu trainieren. Täglich wird die gestreifte Familie in der Außenanlage zu sehen sein. Ab der Zeitumstellung am 29. Oktober gibt es andere Öffnungszeiten für den Tierpark. Die Tiger und alle anderen Tiere können dann täglich von 9 – 16.30 Uhr besucht werden. 

© Detlev Stenzel
© Lutz Schnier

Für die am 15. Juni geborenen Sibirischen Tiger war die Entdeckung des neuen Geheges ein gewaltiges Abenteuer. Fürsorglich überprüfte Maruschka zunächst, ob dort draußen auch keine Gefahren auf ihren Nachwuchs lauern, bevor sie ihre Welpen zu sich rief. Und obwohl Vitali seiner Mutter sofort folgte, musste er vor lauter Schreck dann doch den kräftigen Wind und einige bedrohlich wirkende Halme und fliegendes Laub anfauchen. Nachdem sich seine drei Geschwister ebenfalls ein Herz fassten, begann die wilde Toberei und einige Sträucher mussten bereits Blätter lassen. Ab sofort ist das wilde Quartett an jedem Tag ab etwa 10 Uhr für rund sechs Stunden im großen Gehege zu sehen.

 

Nachdem die vier Tigerwelpen im Tierpark Hagenbeck geimpft und entwurmt sind, durften sie jetzt ihre erste Fleischmahlzeit ausprobieren. Abwechselnd werden sie in den kommenden Wochen von Mutter Maruschka gestillt oder von Tierpfleger Tobias Taraba mit Frischfleisch versorgt. Wie die kleinen Raubkatzen auf ihre erste Fleischmahlzeit reagieren, könnt ihr euch hier anschauen: Hagenbeck bewegt

© Lutz Schnier
© Lutz Schnier
© Lutz Schnier
© Lutz Schnier

Da hilft alles nichts: Die kleinen Raubkatzen müssen auch entwurmt werden. Dafür bekommen sie das Mittel direkt in die Schnauzen. Klar, dass sie das nicht sonderlich gut finden. Jeder geht auf seine Weise mit der ärztlichen Maßnahme um.Wie das aussieht, könnt ihr euch hier anschauen: Hagenbeck bewegt

Die kleinen Raubkatzen bekommen Namen

Am 14. August, gut acht Wochen nach ihrer Geburt steht fest, dass die Katzen Dascha und Anushka heißen. Die kleinen Kater bekommen die Namen Mischka und Vitali. Hagenbeck-Fans hatten die Namen mitbestimmt.

Wussten ihr schon, dass die Tiere enorm wertvoll für das EEP (Europäisches Erhaltunsgzuchtprogramm) sind?
Die Gene ihrer Eltern kommen dort noch selten vor. Zweck des EEP ist die Sicherung eines möglichst vielfältigen Genpools innerhalb einer Art. Von den stark gefährdeten Sibirischen Tigern gibt es nach WWF-Schätzungen nur noch 500 Exemplare, die im Herkunftsgebiet leben. Ihre Zahl in den am Zuchtprogramm beteiligten 110 Zoos weltweit beträgt jetzt 286. Zur Zucht werden von der Koordinatorin Jo Cook, London Zoo, nur die Raubkatzen zugelassen, deren Gene am seltensten vertreten sind.
 

© Lutz Schnier
© Götz Berlik

Erstes Ausflug in das Außengehege

Am 3. August haben die vier jungen Tiger zum ersten Mal ihr Außengehege erobert. Es dauerte nicht lange, bis Mutter Maruschka die Wurfbox im Innengehege verließ und das Außengehege akribisch auf Sicherheitsmängel untersuchte. Kurz danach gab sie ihren Jungen einen kurzen Ruf und schon steckte das erste verschüchterte Fellbündel seine Nase durch die Tür. Nachdem der Anfang gemacht war, folgten auch die drei restlichen Geschwister und erkundeten vorsichtig das neue Terrain, stolperten über Grasbüschel und schnupperten am Wasserteich. 
Das Video vom ersten Ausflug der Mini-Raubkatzen könnt ihr hier sehen: Hagenbeck bewegt

© Lutz Schnier
© Lutz Schnier

Nachwuchs bei den Sibirischen Tigern

15 Jahre ist es her, seit die letzten Jungtiere durch das Tigergehege tobten. Vor einem Jahr wurden Mutter Maruschka (5 Jahre) und Vater Yasha (2 Jahre) in der großen Tigeranlage zum ersten Mal zusammengeführt. Zu diesem Zeitpunkt war noch nicht absehbar, dass die beiden Großkatzen sich so gut verstehen, dass knapp ein Jahr später, am 15. Juni 2017 bereits der erste Nachwuchs zur Welt kommen würde. Zwei Katzen und zwei Kater, ergab die erste tierärztliche Untersuchung von Dr. Michael Flügger in der vergangenen Woche, als die Jungtiere gechipt und geimpft wurden. 

Wie Maruschka im Februar 2014 zum ersten Mal ihre neue Anlage bei Hagenbeck erkundet hat, könnt ihr euch hier anschauen: Hagenbeck bewegt

© Götz Berlik
© Lutz Schnier

Wissenswertes über Sibirische Tiger

Tiger leben in den unterschiedlichsten Klimazonen Asiens. Die Sibirischen Tiger sind die größten ihrer Art. Sie werden bis zu 300 Kilogramm schwer. Wie die meisten Katzenarten sind Tiger Einzelgänger.

Tiger sind eine vom Aussterben bedrohte Tierart. 

Während des 20. Jahrhunderts reduzierte sich der Bestand frei lebender Tiger von ehemals 100.000 auf ca. 3.500 Tiere. Warum sind diese Tiere so stark bedroht? Aufgrund des Bevölkerungswachstums dringen Menschen immer tiefer in den Lebensraum der Tiger ein. Durch die Vernichtung der Wälder und Ackerbau finden die Tiere immer weniger Rückzugsmöglichkeiten. Ihre Jagd- und Streifgebiete werden zersplittert. Außerdem ist der Tiger stark durch Wilderei bedroht. Die Nachfrage nach Tigerknochen und Tigerhoden für die traditionelle asiatische Medizin ist hoch. Tigerfelle als Jagdtrophäe sind bis heute begehrt.

Sibirische Tiger - EEP (Europäische Erhaltungszuchtprogramm)

Zoologische Gärten haben bei der Erhaltung bedrohter Tierarten – wie dem Tiger –
eine wichtige Funktion. Um die Tiger zu retten, ist eine ausreichend große und genetisch vielfältige Population in Menschenhand notwendig. Aus diesem Grund koordinieren zoologische Gärten die Zucht und den Austausch der Tiere durch zooübergreifende Projekte wie z. B. das Europäische Erhaltungszuchtprogramm (EEP). Ein Zuchtkoordinator überwacht die Vermehrung der Tiere. Er entscheidet, wann welches Tier mit welchem Partner Nachwuchs zeugen darf. Deshalb haben unsere beiden Sibirischen Tiger nicht regelmäßig Nachwuchs, sondern nur, wenn das Zuchtprogramm es erlaubt. Die Gesamtpopulation der Tiger in Menschenobhut wird im Internationalen Zuchtbuch erfasst.

© Lutz Schnier
© Lutz Schnier
© Lutz Schnier
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