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Fohlenglück bei den Onagern

Ganze zwölf Monate war Stute Roxy trächtig. Am 8. September brachte die Onager-Dame dann ihr Fohlen zur Welt. Bereits wenige Minuten später steht das Wildeselchen auf allen vier Hufen. Wachsam bläht Onager Navid seine Nüstern in einigem Abstand in den Wind. Der neunjährige Hengst ist der Vater des jüngsten Fohlens und seines knapp einen Monat älteren Halbbruders – und er bewacht seine Herde ganz argwöhnisch. Unter seinem Schutz kümmern sich die 10-Jährige Roxy und die gleichalte Stute Zora liebevoll um ihre Fohlen.

Die beiden Hengstfohlen sind für den Erhalt ihrer Art sehr wichtig. Denn die nahen Verwandten der Pferde stehen in ihrer Heimat – den kargen Salzwüsten Persiens – kurz vor der Ausrottung. Zu den seltenen Huftieren hat der Tierpark Hagenbeck eine besondere Beziehung. In den 50er-Jahren brachte Hagenbecks letzte eigene Tierfangexpedition die ersten der grau-gelben Tiere nach Hamburg. Inzwischen gehen alle Zoobestände auf diese erste Gruppe in Stellingen zurück. Heutzutage koordiniert der Tierpark die Zucht dieser Halbesel in ganz Europa und versucht damit dazu beizutragen, ihre Art zu erhalten. In ihrem Herkunftsland Iran haben die schnellen Fluchttiere kaum noch eine Zukunft. Zwar leben die Onager dort mittlerweile in Reservaten und stehen unter Schutz, aber auch dort verkleinern Wilderer nach wie vor ihre Bestände. Die IUCN eine internationale Umweltschutz-Organisation schätzte ihre Zahl bereits vor zehn Jahren auf nur noch 500 Tiere. Die Zucht der Reservepopulation in den Zoos und Tierparks hat damit eine äußerst wichtige Funktion für den Erhalt dieser extrem seltenen Wildeselart.

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