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Aus Grün wird Blau

Baumpythons sind wahre Farbkünstler. Das Farbspektrum ihrer Haut reicht von Gelb, Beige, Orange, Rot, Grün, Braun bis hin zu Blau. Um abzuschrecken, anzulocken, zu imponieren oder sich gegenseitig wiederzufinden kommt die Farbe Blau im Tierreich nur selten vor. Bei Vögeln, Krebsen, Seesternen, Fröschen, Fischen, Libellen und Käfern tritt sie dennoch vereinzelt auf. Und auch der Grüne Baumpython (Morelia viridis) liefert eine einfache Erklärung für seine blaue Färbung.

Nach dem Schlupf - Baumpythons sind eierlegend - haben die Schlangen eine leuchtend gelbe, rote oder orangefarbene Färbung. Da junge Baumpythons noch in Bodennähe jagen, sind sie mit ihrer Jungendzeichnung perfekt an das gefärbte Laubwerk des Waldes angepasst. Erst mit Einsetzen der Pubertät, nach ungefähr einem Jahr, ziert die Schlange ein sattes Grün, das in vielen Schattierungen vorkommen kann, womit sie in ihrem neuen Jagdgebiet, dem Blätterdach des Regenwaldes, optimal getarnt ist. Der faszinierende Farbwechsel zum ausgewachsenen Tier dauert meist von wenigen Tagen bis zu einem halben Jahr. Sind die Schlangen trächtig, findet bei einigen Tieren eine Umfärbung ins Blaue oder Türkise statt. Nach dem Schlupf der Jungschlangen, zwischen 50 und 70 Tagen, färben sich die Weibchen wieder zurück in ihren ursprünglichen Farbzustand. Bei wiederholter Trächtigkeit und einem hohen Alter des Reptils bleibt manchmal die blaue Färbung durch die Hormonumstellung dauerhaft erhalten.

Die Heimat des Grünen Baumpythons ist Neuguinea sowie der Norden Australiens, Regionen mit einer hohen Luftfeuchtigkeit sowie konstanter Temperatur. Hier leben sie auf Bäumen oder Sträuchern, nicht selten in Höhen von bis zu 25 Metern. In den Ruhephasen nimmt der Baumpython seine charakteristische Haltung ein, bei der sein schlanker Körper in mehreren Schlingen über einem Ast hängt, wobei der große Kopf mittig aufliegt.
Baumpythons sind Lauerjäger, die bewegungslos auf Bäumen warten, bis ihre Beute in Reichweite kommt. Hat die Schlange Erfolg, hält sie sich bis zu 14 Tage an dieser Stelle auf. Zu ihrer Nahrung zählen vor allem kleine Säugetiere und Echsen, aber auch Vögel und Insekten können auf dem Speiseplan der Schlange stehen. Weibliche Baumpythons werden bis zu zwei Meter lang, wobei sie, wie bei den meisten Schlangen, etwas größer sind als die männlichen Tiere. Auch ihr Gewicht ist meist größer als das der Männchen.

Die Grünen Baumpythons sind weder giftig noch aggressiv und leben in der Höhlenwelt des Tropen-Aquariums in den neugestalteten Biotopanlagen.

 

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