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Außergewöhnliche Pflanzenvielfalt

Sie sind groß, selten, farbenfroh, langlebig, prächtig und majestätisch. Der Baumbestand im Tierpark Hagenbeck vereint all diese Attribute und macht einen Spaziergang durch die 19 Hektar große Parkanlage zu einem einmaligen Erlebnis. Hier finden Sie einen Auszug unserer interessantesten Bepflanzungen.

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Der Amur-Korkbaum (Phellodendron amurense) ist ein sehr seltener und sommergrüner Laubbaum, der bis zu 25 Meter hoch werden kann. Bezeichnend sind seine dicken Zweige und sein mächtiger Korkmantel, der ein Leben lang nachgebildet wird. Beim Zerreiben der Blätter werden ätherische Öle freigesetzt, die in der Chinesischen Heilmedizin als Entzündungshemmer eingesetzt werden. Gäste finden das Rautengewächs bei der Onager-Einsicht im Tierpark. Die Robinie (Robinia pseudoacacia) ist für Menschen und Tiere gleichermaßen giftig. Ihre Samen, Früchte, Blätter und sogar ihre Rinde verursachen nach dem Verzehr Bauchschmerzen, Übelkeit und Brechreiz. Diese Baumart, die auch Scheinakazie genannt wird, kann rund 200 Jahre alt werden. Für Insekten ist die Robinie ein sehr wertvolles Gehölz, da sie aufgrund ihrer weißen Schmetterlingsblüten reichlich Nektar bietet. Robinienholz ist sehr fest - Sportgeräte, Gartenmöbel und Teile von Schiffen werden daraus gefertigt. Denn trotz seiner Härte ist es sehr elastisch. Qualitativ ist das Holz der Robinie mit Tropenholz, wie beispielsweise Teakholz, gleichzusetzen. Daher ist es nicht nötig, teures Tropenholz zu importieren. Das Schmetterlingsblütengewächs befindet sich gegenüber des Elefanten-Bullengeheges.

Die Gemeine Esche (Fraxinus Excelsior) zählt zu den größten Laubbäumen Europas und kann eine Wuchshöhe von 40 Metern erreichen. Der sommergrüne Baum gehört neben der Buche und Eiche zu den wichtigsten Nutzhölzern Mitteleuropas und zählt wegen seiner hohen Holzqualität zu den Edelhölzern. Ihren Blättern, Früchten und sogar dem Holz sagt man eine krankheitslindernde Wirkung nach. In der nordischen Mythologie gilt die immergrüne Esche als unsterblicher Weltenbaum, der Himmel, Mittel- und Unterwelt miteinander verbindet. Das Ölbaumgewächs befindet sich gegenüber der Thailändischen Sala im Tierpark.

Sumpfzypressen (Taxodium) sind häufig in Ufernähe und stehenden Gewässern anzutreffen. Ohne Schaden zu nehmen, können sie sogar in bis zu einem Meter tiefen Wasser leben und sich prächtig entwickeln.
Ihre auffälligen Luftwurzeln, auch Atemknie genannt, ragen nicht selten auf der Suche nach Sauerstoff senkrecht aus dem Erdreich und bilden rings um den Baum eine hügelige Wurzellandschaft. Sumpfzypressen gehören zu den laubabwerfenden Gehölzen und können bis zu 700 Jahre alt werden. Die im Tierpark Hagenbeck stehenden Bäume stammen aus der Gründerzeit des Parks und sind rund 100 Jahre alt. Die aus Nordamerika stammenden Bäume stehen am Japan- und Birma-Teich. Der Amerikanischer Amberbaum (Liquidambar styraciflua) wird auch Seesternbaum genannt. Sein Laub ist ahornähnlich und verströmt beim Zerreiben einen süßlichen Duft. Im Herbst trägt der Baum eine farbenfrohe rötliche Färbung auf, die bereits von weitem auffällt. Das Zaubernussgewächs steht am Birma-Teich, gegenüber vom Feuchtbiotop.

Der Trompetenbaum (Catalpa bignonioides) wird dank seiner bis zu 40 Zentimeter langen und bohnenähnlichen Früchte auch Bohnenbaum genannt. Den Namen Beamtenbaum gaben ihm Personen, die ihm nachsagten, dass er wie Beamte spät kommen und früh gehen würde. Tatsächlich treibt der Trompetenbaum erst zum Frühlingsende aus und verliert bereits zeitig im Herbst sein Laub. Die großen und herzförmigen Blätter des sommergrünen Baumes halten Mücken und Fliegen fern und glockenartig ineinander verwachsen. Die weißen Schmuckblüten entwickeln sich im Herbst zu den charakteristischen Fruchtschoten, die bis weit in das kommende Jahr am Baum hängen bleiben. Im Tierpark Hagenbeck sind diese attraktiven Bäume unter anderem bei den Totempfählen am Bisongehege zu finden.

Der Echte Tulpenbaum (Liriodendron tulipifera) zeichnet sich durch seinen hohen und schnellen Wuchs aus. In seiner Heimat Nordamerika dient der Tulpenbaum als wertvolles Nutzholz. Seine interessanten Blätter ähneln der einer Tulpe und auch die gelbgrüne bis gelbe, glockenförmige Blüte ähnelt dem Liliengewächs. Erst 25 Jahre nach dem Einpflanzen blüht der Tulpenbaum das erste Mal in der Zeit Mai bis Juni. Das Magnoliengewächs hat seinen Standort am Bison- und Wapitigehege.

Mit ihren goldschimmernden Blättern läutet die Gelbe Roßkastanie (Aesculus flava „Vestita") als erster Baum im Tierpark Hagenbeck den Herbst ein. Da die Früchte und Zweige der Kastanie für Tiere giftig sind, hält sie Schädlinge wie zum Beispiel die Kastanien-Miniermotte fern. Im Gegensatz zu anderen Kastanienarten ist die Fruchtschale der Roßkastanie nicht stachelig, sondern glatt. Das aus Nordamerika stammende Seifenbaumgewächs hat seinen Standort auf dem großen Abenteuer-Spielplatz. Die Hänge-Blutbuche (Fagus sylvatica f. „Pendula") wird aufgrund ihres Wuchses auch Trauer-Buche genannt Wegen ihres malerischen Erscheinungsbildes, der mit einer Wasserfontäne vergleichbar ist, ist sie in vielen Parks und auf Friedhöfen anzutreffen. Die Hänge-Blutbuche kann bizarre Formen kreieren. So bildet ihr gerader Stamm gebogene Äste aus, die sich mit zunehmendem Alter fast senkrecht gen Boden ausrichten. Das Buchengewächs steht am Eingang Gazellenkamp, gegenüber der süßen Hütte.

Zwei dieser stattlichen Stiel-Eichen (Quercus robur) standen bereits vor der Tierpark-Eröffnung 1907 an ihrem heutigen Standort. Hagenbecks Botaniker schätzen die Eichen auf rund 250 bis 300 Jahre. Damit haben sie das erste Viertel ihres Lebens bereits geschafft. Stiel-Eichen werden auch Deutsche Eichen genannt. Hunderte von Insektenarten aber auch Säugetierarten ernähren sich von diesem Baum und seinen Früchten. Schweine werden zum Beispiel in Eichenwälder getrieben und in guten Samenjahren mit den Eicheln gemästet. Daher stammt auch der Spruch „Auf den Eichen wächst der beste Schinken". Eichen besitzen ein sehr wertvolles Holz. Kein anderes einheimisches Holz hat die Widerstandkraft der Eiche oder auch nur ähnlich gute Haltbarkeitseigenschaften. Selbst unter Wasser fault es dank der vielen Gerbstoffe Jahrhunderte lang nicht. Es wird daher bei Hafen- und Brückenbauten, im Schiffsbau sowie zur Fass- und Möbelherstellung eingesetzt. Dank ihrer kräftigen Wurzel ist die Stiel-Eiche äußerst Sturmfest und gilt noch heut in vielen Kulturen als Sinnbild für Standhaftigkeit. Die Buchengewächse stehen direkt an der roten Brücke der japanischen Insel.

Bereits seit 1907, der Gründung des Tierparks Hagenbeck, stehen zwei 15 Meter hohe Ginkgo-Bäume (Ginkgo biloba) auf der Japan-Insel und sind somit über 100 Jahre alt. Der möglicherweise älteste Ginkgo-Baum Deutschlands wurde um das Jahr 1750 gepflanzt und steht im Frankfurter Stadtteil Rödelheim. Trotz seiner auffällig fächerartigen Blätter gehört der sommergrüne Ginkgo zu den Nadelbäumen, da seine Blattadern parallelartig angeordnet sind.

In seiner Heimat Asien gilt der Ginkgo als heiliger Baum und als Symbol für Hoffnung, langes Leben, Fruchtbarkeit, Lebenskraft und Unbesiegbarkeit. Ein Grund dafür ist seine enorme Widerstandsfähigkeit, da ihm Bakterien, Pilzbefall, radioaktive Strahlung, Temperaturen bis zu – 30° Celsius, Feuerstürme und Luftschadstoffe nichts anhaben können. In Deutschland und Frankreich zählt der Ginkgo zu den meistverkauften Kräuterarzneien, um die Durchblutung des Gehirns zu verbessern, bei Allergien zu helfen und die Gefahr eines Schlaganfalls zu verringern.

Durch sein auffälliges Erscheinungsbild während der Blütezeit von April bis Juni ist der Taschentuchbaum (Davidia involucrata) ein wahrer Hingucker. Weiße, bis zu 18 Zentimeter lange Hüllblätter zieren dann seine Äste für zirka drei Wochen. Da das besondere Blattwerk aber auch weißen Tauben ähnelt, die sich im Baum niedergelassen haben, wird das Gehölz auch Taubenbaum genannt. Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die nussförmigen Kerne des Taschentuchbaumes nach Europa und sorgen seitdem für eine Verbreitung des beliebten Zierbaumes, in heimischen Gärten wie auch in Parkanlagen. Das aus Asien stammende Hartriegelgewächs hat seinen Standort gegenüber dem Pelikan-Teich, an der Ecke zum Imbiss.

Der immergrüne Riesen-Mammutbaum (Sequoiadendron gigenteum) erreicht unglaubliche Wuchshöhen von bis zu 100 Metern, wobei sein Stamm fast 17 Meter im Durchmesser misst. Riesen-Mammutbäume gehören zu den ältesten Bäumen der Menschheit. Fossile Funde weisen darauf hin, dass erste Vertreter dieser Art bereits vor 15 Millionen Jahren im Westen der heutigen USA heimisch waren. Der größte Riesen-Mammutbaum steht im Kalifornischen Giant Forest im Sequoia-Nationalpark und ist etwa 85 Meter hoch. Es ist nicht ungewöhnlich, dass diese Giganten der Wälder weit über 2000 Jahre alt werden. Die robusten Nadelbäume überstehen als ausgewachsene Exemplare Temperaturen von bis zu -30 Grad Celsius, dank ihrer feuerbeständigen Rinde können ihnen sogar Brände nichts anhaben. Die Sumpfzypressengewächse stehen neben der Thailändischen Sala am Birma-Teich. Ein weiterer Mammutbaum, der sommergrüne Urwelt-Mammutbaum (Metasequoia glyptostroboides), befindet sich am Tigerrasen. Der Nadelbaum gehört zu den wenigen Koniferen, die im Winter ihr Laub abwerfen. Im Tierpark Hagenbeck stehen zwei dieser stattlichen Exemplare, die 1953 als fünfjährige und zwei Meter hohe Bäume gepflanzt wurden. Somit sind es die ältesten Urwelt-Mammutbäume Deutschlands. Der Bienenbaum (Euodia hupehensis) wird nicht nur von Imkern wegen seines intensiven Blüten- und Blattduftes sehr geschätzt. Die Blüten des Baumes enthalten überdurchschnittlich viel Nektar und wirken daher auf Bienen äußerst anziehend. Das Rautengewächs aus China befindet sich am Leopardengehege.