Die Historie der Völkerschauen
Seit dem 16. Jahrhundert gab es in Europa öffentliche Aufführungen mit Angehörigen von Volksgruppen, zunächst aus Amerika, die durch Ihre Exotik und Fremdartigkeit bei den Besuchern für Neugierde sorgten. In den kommenden drei Jahrhunderten bereisten Forscher und Entdecker aus Spanien, Frankreich und England viele Länder der Welt. Vertretern indigener Völker unterbreiteten sie bei Gelegenheit Angebote für Arrangements bei Vorläufern der späteren Völkerschauen in Europa. Sie wurden an kaiser-, könig- oder fürstlichen Höfen vorgestellt oder an Impresarios weitervermittelt, um auf Jahrmärkten oder in Gasthäusern vorgestellt zu werden.
Mit zunehmender verkehrstechnischer Erschließung fremder Länder machten immer mehr europäische und US-amerikanische Unternehmer im 19. Jahrhundert Geschäfte mit dem Interesse an fremden Kulturen. 1822 stellte William Bullock (1793–1849), ein Sammler und Händler natur- und völkerkundlicher Objekte, in London vor einem bemalten Polar-Panorama eine Gruppe von „natürlich“ bekleideten Lappländern – heute spricht man von Samen oder Sámi – samt ihrer Rentiere aus.








