Hagenbeck Tierpark - Hamburgs tierisches Original

Hamburgs tierisches Original

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09.02.2018

Pelikane brüten im Kolonie-Kuschelkurs


© Götz Berlik

© Götz Berlik

Während die meisten Tiere noch auf den Frühling warten, bevor sie neues Leben in die Welt setzen, sind die Rosa Pelikane (Pelecanus onocrotalus) mitten im Brutgeschäft. Bereits Mitte Januar schlüpfte ein Pelikanküken, das bisher eher an einen kleinen, schwarzen Drachen erinnert als an seine eleganten Eltern.

Mit der einsetzenden Kälte im Herbst haben die Rosa Pelikane ihren Teich verlassen und verbringen die kalte Jahreszeit im warmen Haus. Doch eine gemütliche Winterruhe sieht ganz anders aus, denn das künstliche Sonnenlicht, die Wärme und die räumliche Enge im Haus regen bei diesen Kolonievögeln das Brutgeschehen an. 

Etliche Paare haben sich gefunden und aus Heidekraut hochgetürmte Nester gebaut. Die Nester liegen so eng aneinander, dass die Vögel sich beim Brüten fast berühren. In der Wildbahn treffen oft Tausende von Vögeln aufeinander. Sie brauchen diese Nähe, um richtig in Brutstimmung zu kommen. Etwa 30 Tage lang bebrüten die Weibchen und die Männchen abwechselnd die Gelege. 

Streitereien zwischen den eng lebenden Bewohnern, die sie lautstark mit ihren beeindruckenden Schnäbeln austragen, gehören zum Alltag. Leicht kann dabei das eine oder andere Ei auch zu Bruch gehen. Mit einem Trick verhindern die Tierpfleger dies jedoch: Unbemerkt entfernen sie die gerade gelegten Eier, um sie in eine Brutmaschine zu legen, und schieben dem brütenden Vogelpaar Gips-Exemplare unter. Auf diese Weise fällt den Vögeln der Schwindel nicht auf und sie wärmen die Gipseier mit unermüdlichem Einsatz. 

Erst kurz vor dem Schlüpfen machen die Tierpfleger den Tausch wieder rückgängig, sodass das Küken im Beisein seiner Eltern das Ei verlässt. Innerhalb von rund 12 Wochen wird der Jungvogel bereits die Größe seiner Eltern erreichen, während sein grau-braunes Gefieder etwa zwei Jahre braucht, bis es die typische rosa Farbe der ausgewachsenen Vögel bekommt. 

Für die Besucher ist es ein besonderes Erlebnis, das Brutgeschehen dieser in Südosteuropa und im Nilgebiet beheimateten Tiere mitzuerleben. Solange der kleine Pelikan noch unter den Bäuchen der Eltern gewärmt wird, brauchen Besucher ein bisschen Geduld, um ihn zu sehen.