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Lebensraum dringend gesucht - Großtrappe fast ausgerottet

© Hagenbeck
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Es ist allerhöchste Zeit: In ganz Deutschland leben nur noch etwa 197 Großtrappen. Laut der Roten Liste gefährdeter Arten gilt der Vogel als gefährdet bei gleichzeitig abnehmenden Beständen. Um diese Tierart vor der Ausrottung zu bewahren, möchte die Stiftung Hagenbeck gemeinsam mit ihrem Projektpartner eine Fläche zum Schutz sowie spezielle optische Ausstattung zur Beobachtung der beeindruckenden Vögel erwerben.

Im Fiener Bruch, der sich zwischen Brandenburg und Sachsen-Anhalt erstreckt, steht eine 1,66 Hektar große Fläche zum Kauf. Für rund 10.800 Euro können wir das Land dauerhaft unter Schutz stellen und sichergehen, dass sich dort Jungvögel und Gelege geschützt entwickeln können. Zur Beobachtung wird eine spezielle optische Ausrüstung – unter anderem ein Spektiv und mehrere Okulare – benötigt, die eine 100-fache Vergrößerung ermöglicht. Diese kostet rund 3.500 Euro.

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Der exotisch anmutende Vogel wiegt bis zu 17 Kilogramm und ist damit einer der schwersten flugfähigen Vögel der Welt. Einst galt die Großtrappe, die auch als märkischer Strauß bekannt ist, als Hochwild und durfte nur vom Adel gejagt werden. 

Großtrappen sind besonders in der Brut- und Aufzuchtzeit sehr anspruchsvoll und sehr wählerisch bei ihrem Quartier. Sie rasten auf großen, übersichtlichen, unzertrennten Gebieten mit artenreicher Vegetation, in denen sie nicht gestört werden. Dort finden sie ausreichend Nahrung wie Spinnen oder Würmer zur Aufzucht ihres Nachwuchses. Die Jungtiere haben nur auf extensiv genutzten Flächen eine Überlebenschance, da sie sich auf industriell genutztem und dichtbewachsenem Grund kaum fortbewegen können und keine Nahrung finden.

Gejagt, vertrieben, fast ausgerottet

Noch im 19. Jahrhundert waren Großtrappen in Europa weit verbreitet. Die zunehmende intensive Landwirtschaft nahm der imposanten Tierart ihren Lebensraum. Noch 1939 lebten allein in der damaligen Mark Brandenburg 3.400 Tiere. Doch der Nachwuchs und die Gelege fielen landwirtschaftlichen Geräten oder Beutegreifern zum Opfer. Viele Jungtiere verhungerten, da in der zu hoch und dicht bewachsenen Umgebung kaum noch Insekten zu finden waren.

Heute ist die Großtrappe in Deutschland trotz Jagdverbot nur noch vereinzelt anzutreffen. Um die geringe Population zu schützen und für möglichst viel Nachwuchs bei den Großtrappen zu sorgen, werden Gelege von ungeeigneten Flächen eingesammelt. So werden sie vor Zerstörung durch Maschinen und vor Beutegreifern wie Füchsen geschützt.

In der Naturschutzstation Buckow werden die Eier in einem Brutschrank bebrütet. Die Küken werden von Menschenhand aufgezogen. Damit sich die Kleinen nicht zu sehr an ihre Zieheltern gewöhnen, wird der Kontakt auf das Nötigste beschränkt. Bereits mit sechs Wochen werden die Jungtiere ausgewildert. Jährlich können mit dieser Methode zwischen 20 und 50 Jungtiere aufgezogen und in ihren Lebensraum entlassen werden.

Wir freuen uns, wenn auch Sie diesen einzigartigen Tieren zu einer Zukunft verhelfen! 
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