Bei Hagenbeck steigt die Hoffnung auf Impfstoff gegen Elefantenherpes

Am 05. Dezember kam er aus dem niederländischen Zoo Amersfoort in den Tierpark Hagenbeck: Maurice, ein 23-jähriger Asiatischer Elefantenbulle, der in naher Zukunft für Nachwuchs in der Elefantenherde sorgen soll.

So groß die Freude über den 4,5 Tonnen schweren Zuwachs ist, so bleibt die Angst, dass wieder ein Jungtier an dem gefährlichen Herpesvirus stirbt. In den vergangenen fünf Jahren starben vier Elefantenjungtiere an dem Virus, für den es bislang keinen Impfstoff gibt. Umso erfreulicher ist es, dass die Stiftung Hagenbeck nun einen großen Beitrag leistet, um die baldige Entwicklung eines Impfstoffes voranzubringen.

Denn 20 % der in Zoos geborenen Asiatischen Elefanten sterben an den Folgen einer EEHV-Infektion (Herpes). Auch in freier Wildbahn sind in den letzten Jahrzehnten viele junge Elefanten der Krankheit zum Opfer gefallen. In fast allen Fällen handelt es sich um Elefanten im Alter zwischen zwei und neun Jahren. „Seitens der Stiftung Hagenbeck freuen wir uns, dass nunmehr die Entwicklung eines Impfstoffes gegen die gefährliche Erkrankung in greifbarer Nähe ist. Wir unterstützten die Forschungsarbeiten sehr gern, da der Schutz und die Erhaltung bedrohter Tierarten eine der wesentlichen Aufgaben unserer Stiftung ist. Dies gilt für Tiere sowohl in menschlicher Obhut als auch im Freiland,“ erläutert Cord Crasselt, Biologe und Vorstandsmitglied der Stiftung Hagenbeck, das Engagement.

Mit insgesamt 150.000 €, verteilt auf fünf Jahre, unterstützt die Stiftung Hagenbeck die Veterinärmedizinische Fakultät der Universität Utrecht, die mit der Erprobung eines Impfstoffs begonnen hat. Die ersten Impfungen fanden bereits im Zoo Rotterdam statt. Ein erstes Ziel der Studie ist es, die nun maßgeblich von der Stiftung Hagenbeck mitfinanziert wird, das Virus frühzeitig zu erkennen und anhand von Tests festzustellen, ob die Impfung ein wirksames Mittel zum Schutz junger Elefanten bietet. „Die Gefahr von Elefantenherpers in Europa ist hochaktuell. Umso wichtiger ist es, dass die Forschung nun schnell voranschreitet und alle Jungtiere innerhalb der europäischen Zoogemeinschaft von einem Impfstoff profitieren, sodass kein Jungtier mehr an dem Virus verenden muss“, zeigt sich Dr. Westhoff, Zoologischer Direktor bei Hagenbeck, zuversichtlich über die Entwicklung.

Mit Kandy und Shila leben im Moment zwei zuchtfähige Elefantenkühe bei Hagenbeck, die mit Maurice nach einer Tragzeit von rund 22 Monaten Elefantennachwuchs zeugen könnten.

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