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Umwelt- und Artenschutz

Nachhaltig denken, wirtschaften, handeln – für uns ist das kein Lippenbekenntnis, sondern unsere Überzeugung. Hagenbeck versteht sich als Pionier des Natur-, Umwelt- und Artenschutzes und will eine Vorbildfunktion ausüben.
Durch die Teilnahme an nationalen und internationalen Zuchtprogrammen trägt der Tierpark Hagenbeck dazu bei, unsere Flora und Fauna für die nächsten Generationen zu erhalten. Die Zooschule des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung im Tierpark hat sich diesen wichtigen Themen und ihrer Vermittlung verschrieben.

Im Sinne der Agenda 21 investiert Hagenbeck bereits seit einigen Jahrzehnten kontinuierlich (Aktionsprogramm der Vereinten Nationen zu nachhaltiger Entwicklung) in die Einsparung von Energien und Ressourcen. Im Jahr 2001 wurde der Tierpark als erster deutscher Zoologischer Garten mit dem Umweltsiegel „Ökoprofit" ausgezeichnet. 2009 erhielt Hagenbeck den B.A.U.M. Umweltpreis für innovatives und nachhaltiges Bauen.

Engagement im Artenschutz

Seit einigen Jahrzehnten engagiert sich Hagenbeck nicht nur für den Tierpark und das Tropen-Aquarium in Hamburg, vielmehr geht das Engagement durch nationale und internationale Kooperationen weit über die Stadtgrenzen hinaus. Hierbei spielen Arterhalt sowie Natur- und Artenschutz eine entscheidende Rolle.

Der Europäische Zoo- und Aquarien-Verband EAZA (European Association of Zoos and Aquaria) fördert die Zusammenarbeit zwischen europäischen Zoos und Aquarien. Ziel ist es, die Qualität der Tierhaltung zu verbessern sowie die Forschung und den Schutz der weltweiten Artenvielfalt zu koordinieren. Hagenbeck gehört zu den mehr als 400 Mitgliedern aus 34 europäischen Ländern, die sich in der EAZA engagieren.

Global engagiert sich Hagenbeck in der WAZA (World Association of Zoos and Aquariums) als aktives Mitglied. Die WAZA setzt sich ähnlich der EAZA für Natur- und Artenschutz sowie Umweltbildung ein. Zwischen den mehr als 400 vernetzten Mitgliedern findet ein reger Austausch statt.

Im Gegensatz zu den internationalen Zuchtbemühungen bedrohter Arten innerhalb der Zoos, dem sogenannten "ex situ Artenschutz", werden die Artenschutzbemühungen in den natürlichen Lebensräumen und in den Herkunftsländern als "in situ Artenschutz" bezeichnet. Hagenbeck engagiert sich hier an verschiedenen Stellen finanziell und durch Jahrzehnte gewachsenes Know-How.

Im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz) sind 71 Zoos im VDZ, Verband Deutscher Zoodirektoren e.V., zusammengeschlossen. Hagenbeck engagiert sich aktiv für den Erhalt der biologischen Vielfalt. Dies erreicht Hagenbeck durch die Zucht und den Erhalt gefährdeter Tierarten sowie durch das Engagement im Natur-, Arten-, Umwelt- und Tierschutz, durch die Weitergabe von Informationen zu nachhaltiger Entwicklung sowie die Förderung der Forschung und die Schaffung von naturnahen Erholungsräumen.

Artenschutzprogramme

Durch die weltweite Zerstörung von Lebensräumen sind viele Tierarten von der Ausrottung bedroht. Der Tierpark Hagenbeck beteiligt sich an verschiedenen Europäischen Erhaltungszuchtprogrammen (EEP) und verantwortet außerdem die EEP-Koordination für den Nordchinesischen Leoparden und Onager. Der Sinn des EEP besteht darin, die Tiere so nachzuzüchten, dass sie sich von der wilden Population nicht unterscheiden. Das bedeutet: Inzucht, der Verlust der genetischen Vielfalt und unnatürliche Selektion sollen vermieden werden.

Der Zuchtkoordinator jeder einzelnen Tierart muss also wissen, wer mit wem verwandt ist und er muss klären, welche Tiere sich fortpflanzen dürfen. Deshalb bekommt jedes Tier einen Mikrochip und sein „Stammbaum" ist in den Zuchtbüchern vermerkt. Anhand der Abstammung und anderer genetischer Faktoren wird im EEP festgelegt, wer für Nachwuchs sorgen soll. Um möglichst Erfolg versprechende Paarungen zu bekommen, müssen die Zoos daher Tiere, die an EEPs teilnehmen, auch untereinander austauschen.

An folgenden EEPs ist der Tierpark beteiligt:

Mandrill                    Kaiserschnurrbart-Tamarin Sibirischer Tiger Onager
Sumatra Orang-Utan Südamerikanischer Seebär Nordchinesischer Leopard Asiatischer Elefant
Flachland-Tapir Königspinguin Vietnam-Sikahirsch Rothschild-Giraffe
Humboldt-Pinguin Mandschuren-Kranich Weißgesichtsaki Rothalsstrauß
Roter Panda Südamerikanischer Riesenotter Pazifisches Walross  

 Das Tropen-Aquarium beteiligt sich an folgenden EEPs:

Zebrahai Gila-Krustenechse Skorpions-Krustenechse

 

 

Europäisches und Internationales Zuchtbuch

Für bedrohte Tierarten, für die es noch keine speziellen Zuchtprogramme gibt, müssen trotzdem alle wichtigen Daten gesammelt werden. Das passiert entweder europaweit durch das Europäische Zuchtbuch (ESB) oder weltweit durch das Internationale Zuchtbuch (ISB). Einige EEP-Tierarten werden zusätzlich auch international erfasst. Jährlich findet eine Aktualisierung der Daten statt.

Rotes Riesenkänguru Asiatischer Kurzkrallenotter Pinselohrschwein Warzenschwein
Großer Kudu Sattelstorch Tschaja Eselspinguin
Nördlicher Hornrabe      

Für folgende im Tropen-Aquarium Hagenbeck lebende Tiere existiert ein Europäisches Zuchtbuch (ESB):

Katta Gefleckter Adlerrochen Masken-Stechrochen
Schwarzspitzen-Riffhai Blaupunktrochen Zebrahai

Für folgende bei Hagenbeck lebende Tiere existiert ein Internationales Zuchtbuch (ISB):

Sumatra Orang-Utan Südamerikanischer Riesenotter Eisbär Nordchinesischer Leopard
Sibirischer Tiger Onager Mandschuren-Kranich Roter Panda

In den vergangenen Jahrzehnten wurden im Tierpark viele seltene Tiere erfolgreich gezüchtet. Sehr stolz sind wir auf den Durchbruch in der Zucht Asiatischer Elefanten. 16 Jungtiere kamen seit 1992 zur Welt – das jüngste Herdenmitglied am 24. Dezember 2018. Unter den Zuchterfolgen der vergangenen Jahre sind außerdem besonders hervorzuheben: Kaiserschnurrbart-Tamarine, Mandrill, Sumatra Orang-Utan, Südamerikanischer Seebär, Südamerikanischer Riesenotter, Pazifisches Walross, Nordchinesischer Leopard, Sibirischer Tiger und Eisbär.