Drei aufgeweckte Neuzugänge bei Hagenbeck

Aus vier mach sieben – Am 25. September sind drei Katta-Weibchen aus dem Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe zu Hagenbeck gekommen. Vier, sechs und neun Jahre sind die drei Neuankömmlinge alt. Nach einer mehrtägigen Eingewöhnung hinter den Kulissen, durften die drei Lemuren erstmalig das Katta-Dorf erkunden und alle Kletter-, Versteck- und Beschäftigungsmöglichkeiten genau inspizieren. Kurz darauf kamen auch die vier Männchen hinzu, die in den letzten Monaten ohne weibliche Artgenossen im Tropen-Aquarium gelebt haben. Sofort wurden die neuen Gruppenmitglieder begrüßt und versucht, den flauschigen Damen zu imponieren – diese zeigten sich jedoch wenig beeindruckt und eher verhalten.

Die Zurückhaltung ließ jedoch schnell nach, denn in Katta-Gruppen haben die Weibchen das Sagen. Nach nur wenigen Tagen hat die älteste der neuen Katta-Damen, Toky die Gruppenführung übernommen. Eine Ausnahme ist die Paarungszeit, in dieser Phase übernehmen die Männchen die Führung – und diese steht bereits Ende des Jahres bevor. Rund vier bis fünf Monate sind die Weibchen nach erfolgreicher Paarung trächtig, sodass wir mit Glück im Frühling des nächsten Jahres mit Nachwuchs rechnen können. Tagsüber sind die Lemuren im Katta-Dorf zu beobachten. Nachts können sich die tagaktiven Tiere frei im Innengehege und im Katta-Dorf bewegen. Zudem gibt es auf dem Dach des Tropen-Aquariums eine Außenanlage, die von den Kattas für ausgiebige Sonnenbäder genutzt wird.

Ausgewachsene Kattas erreichen eine Kopf-Rumpflänge von bis zu 40 Zentimetern und haben ein Gewicht von 2,5 bis 3 Kilogramm. Unter den Armen haben Katta-Männchen Drüsen, über die sie ein duftendes Sekret abgeben, mit welchem sie dann ihren Schwanz einreiben, damit Duftkämpfe austragen und ihr Revier markieren. Genau dieses Verhalten können Besucher momentan regelmäßig im Katta-Dorf beobachten.

Im Freiland leben Kattas auf Madagaskar. Die Tiere werden jedoch auf der Roten Liste der IUCN (International Union for Conservation of Nature) als stark gefährdet eingestuft. Der Grund: die Abholzung ihres Lebensraums, die zunehmende Trockenheit auf Madagaskar und die Jagd der Tiere. Somit leistet Hagenbeck mit seiner Beteiligung am Europäischen Erhaltungszuchtprogramm der Kattas einen wichtigen Beitrag zur Arterhaltung dieser besonderen Tierart.

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